Corona-Quarantäne

erstellt am: 19.03.2020 | von: Axel | Kategorie(n): Bargelink, Schifffahrt, Uncategorized

Für die Binnenschifffahrt ist Quarantäne mehr oder weniger Normalität.

Im Zuge der Corona Krise werden jetzt viele Bürger spüren, wie es ist, nur eingeschränkt am öffentlichen Leben teilzunehmen zu dürfen. Für Binnenschiffer, die mit ihren Schiffen Rohstoffe, Vorprodukte und Güter aller Art transportieren, ist das normaler Alltag. Sie sind es gewohnt, mit ihren Familien und Besatzungen an Bord auf engem Raum 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und 30 Tage im Monat zusammen zu leben und zu arbeiten. Ihren Proviant kaufen Binnenschiffer für Tage und Wochen im Voraus – ohne dabei in Panik zu verfallen. Binnenschiffer gehen so gut wie nie ins Kino, in Sportclubs, ins Theater oder Museen. Die Kinder von Binnenschiffern gehen auch nicht in Kitas, in Kindergärten oder auf öffentliche Spielplätze.
Das hängt auch damit zusammen, dass Binnenschiffer oft gar keine Möglichkeit haben, das Schiff überhaupt zu verlassen. Denn immer mehr Städte haben die Möglichkeiten zum Anlegen und dafür, ein Auto an Land zu setzen, massiv eingeschränkt. Weil „Schöner Wohnen am Wasser“ wichtiger erscheint, als die Dienstleistungen eines Verkehrsträgers zu ermöglichen. Und weil reiche Mieter oder Eigentümer zwar gerne an Flüssen wohnen, sich aber durch Schiffe gestört fühlen. Sie ignorieren damit, dass es Binnenschiffer waren (und noch immer sind), die mit ihrer Arbeit den Wohlstand unseres Landes erst möglich gemacht haben.
Die Binnenschifffahrt ist der erwiesener Maßen umweltfreundlichste Verkehrsträger. Binnenschiffe verursachen keine Staus, keinen Lärm und im Verhältnis zur Transportleistung (transportierte Tonnen x Kilometer) die mit Abstand geringsten Emissionen.
Wer also in Zukunft mal wieder an Ufern von Flüssen und Kanälen spaziert oder radelt, darf darüber nachdenken, ob sein Wehklagen über die aktuellen Einschränkungen angemessen ist. Und vielleicht auch darüber, dass Binnenschiffe unersetzliche Transportmittel sind und keine hübsche Dekoration auf Wasserstraßen.

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